Ökologie
Für neue Energiekonzepte und mehr Raum für Ökologie
Die Folgen der fortschreitenden Erwärmung des Klimas werden immer deutlicher und lassen sich nicht mehr wegdiskutieren. So wie jeder Einzelne von uns in seinem persönlichen Umfeld gefordert ist, aktiven Klimaschutz zu betreiben, gibt es auch auf kommunaler Ebene eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten.
Bei der Sanierung öffentlicher Gebäude kann durch zeitgemäße Wärmedämmung, Einsatz von Holzheizungen, thermischen Solaranlagen, Blockheizkraftwerken etc. noch viel erreicht werden.
In Bebauungsplänen könnten Nahwärmenetze und erneuerbare Energiesysteme als Standard festgeschrieben werden. Zur Vermeidung von Transportverlusten und immer neuen Überlandleitungen muss der Ausbau der Stromerzeugung vor Ort gefördert werden. Geeignete Flächen für Windturbinen sind ggf. aus zu weisen. Vorhandene Dachflächen auf kommunalen Gebäuden können an Betreiber von Photovoltaikanlagen verpachtet werden.
Nachtspeicherheizungen in Dorfgemeinschaftshäusern sind schrittweise durch Mini-Blockheizkraftwerke, Gasthermen oder den Anschluss an zu schaffende Nahwärmenetze zu ersetzen. Der Fuhrpark der städtischen Betriebe muss nach und nach durch die Anschaffung verbrauchsarmer Fahrzeuge oder ggf. Elektrofahrzeuge erneuert werden.
Für Natur- und Landschaftsschutz
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt findet bei uns seit Jahrzehnten eine dramatische Verringerung der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt statt. Um hier gegen zu steuern, gilt es, die Versiegelung weiterer Flächen zu unterlassen, nicht mehr genutzte Flächen gezielt zu renaturieren, die Zerstückelung noch verbliebener intakter Biotope durch den Bau von immer mehr Straßen zu verhindern.
Ökologische Land- und Forstwirtschaft bedeutet Schutz unserer natürlichen Grundlagen und mehr Artenvielfalt und sollte daher besonders unterstützt werden. So könnte die Stadt beispielsweise bei der Beschaffung bevorzugt auf regionale Produkte aus ökologischer Wirtschaft setzen.
Stromanbieter wechseln!!!
Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger Schwalmstadts davon überzeugen, ihren Strom zukünftig nur noch von solchen Anbietern zu beziehen, die bei der Energieerzeugung auf klimaschädliche Kohle- und Atomkraftwerke verzichten.
Die für den Klimawandel verantwortlichen Änderungen der Strahlungsbilanz werden vorwiegend durch Kohlendioxid verursacht. Dies ist durch alle wissenschaftliche Studien belegt worden.
Die Vorhersage von Klimaforschern, das globale Klima werde sich bis Ende dieses Jahrhunderts um 4,5 Grad oder mehr erwärmen, ist dramatisch, da lediglich eine Erwärmung von maximal zwei Grad als noch beherrschbar gilt.
Weiter schmelzende Polkappen würden die Flutgefahr dramatisch erhöhen. Steigende Meeresspiegel würden weite Landflächen vernichten und 200 Millionen Menschen in die Flucht treiben. Vor allem in Afrika würden sich landwirtschaftliche Nutzflächen in unfruchtbare Trockenzonen verwandeln. 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten könnten vernichtet werden.
Auch für die Weltwirtschaft hätte dies dramatische Folgen.
Führende Klimaforscher sagen, es sei immer noch möglich, die schlimmsten Risiken und Auswirkungen des Klimawandels mit tragbaren Kosten zu vermeiden. Voraussetzung ist, dass jetzt schnell gehandelt wird und möglichst viele Menschen bereit sind, Mitverantwortung für die Zukunft der Erde und der Menschheit zu übernehmen.
Insbesondere Kohlekraftwerke stoßen im Vergleich zu anderen Kraftwerken mehr als doppelt so viel klimaschädliches Kohlendioxid aus. Über die Hälfte der Energie entweicht ungenutzt über die Kühltürme.
Deshalb dürfen nach unserer Ansicht keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden. Es gibt realistische Alternativen zur Stromerzeugung aus Kohle und Atomkraft. Deshalb werben wir für einen Wechsel des Stromanbieters.
Der Wechsel zu einem Anbieter, der auf klimaschädliche Kohle- und Atomkraftwerke verzichte ist einfach!
Weitere gute Informationen findet man hier.
Klimagerechte Energiepolitik in Hessen vorantreiben – keine neuen Kohlekraftwerke bauen
Ausschnitte aus einer Rede von Tarek Al-Wazir vom 3. Mai 2007 zum Thema Staudinger
Ich hab dies alles gesagt, weil es schon verrückt ist, dass in diese Situation und angesichts dieser Diskussion jemand auf die Idee kommt, ein altes Kohlekraftwerk durch ein neues, größeres Kohlekraftwerk zu ersetzen. Wer angesichts dieser Situation in Hessen den weltgrößten Steinkohle- kraftwerksblock bauen will, der ist nicht von dieser Welt. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei Abgeordneten der SPD)
Der Energiekonzern E.ON plant, am Standort Staudinger bei Hanau den – ich sage es noch einmal – weltgrößten Steinkohlekraftwerkblock zu bauen. Wer wissen will, was das heißt, der muss sich nur vergegenwärtigen, wie groß die Kohlendioxid- emissionen eines solchen Kraftwerks im Vergleich zu anderen fossilen Kraftwerken sind. Wir haben bei Import steinkohle – dieser Block wird mit Importsteinkohle betrieben werden, so er denn gebaut wird – ein CO2-Äquivalent von ungefähr 950 g pro erzeugter Kilowattstunde. Zum Vergleich: Ein Erdgas- und Dampfkraftwerk stößt 420 g CO2 pro erzeugter Kilowattstunde aus, also weniger als die Hälfte. Wenn man dieses Erdgas- und Dampfkraftwerk an einem geeigneten Standort baut, wo man auch mit der entstehenden Wärme etwas anfangen kann, also auch ein Heizkraftwerk daraus macht, dann kommen wir zu einem CO2-Äquivalent von 148 g pro erzeugter Kilowattstunde. Wenn man dieses Kraftwerk nicht als einzelnes Kraftwerk, sondern dezentral in Form von Blockheizkraftwerken bauen würde, dann wären bei einem CO2-Äquivalent von 49 g pro erzeugter Kilowattstunde. Vergleichen Sie das mit den 949 g, die ein Kraftwerk, das mit Importsteinkohle betrieben wird, ausstößt. Dann fällt Ihnen auf, dass das ein Irrsinnsprojekt ist.
Die komplette Rede findet man hier.
Solardachfoto von R_by_Stefan-Göthert_pixelio.de

